Sanierung von Außen- und Straßenbeleuchtung:
»Wir befinden uns in einem Lernprozess«

Insight

Im Gespräch mit Anders Hedlund, Lichtingenieur des Verkehrsamts der Stadt Stockholm.

In den vergangenen zehn Jahren hat Stockholm durch LED-Umrüstung einen Großteil seiner konventionellen Straßen­beleuchtung modernisiert. Ein besonderes Augen­merk der Stadt lag auf einem nach­haltigen Vorgehen. Entsprechend sollte eine Revitalisierung bestehender Leuchten deren Einsatz um mindestens weitere 25 Jahre ermöglichen. Selux unterstützte Stockholm im Rahmen dieses groß angelegten Moderni­sierungs­programms bei der stadtweiten Umrüstung von etwa 500 Leuchten des Typs ›Discera‹, 700 vom Typ ›Saturn‹ und 1.400 vom Typ ›Park 26‹.

 
Laternenanzünder mit seiner Ölkanne an der Westseite der Stadshusbron, Stockolm (1790)

»Am Anfang«, erinnert sich Anders Hedlund, »waren wir uns nicht sicher, wie wir diese Auf­gabe überhaupt angehen sollten. Natürlich wollten wir Energie ein­sparen, aber gleich­zeitig sollte das Licht auch eine angenehme At­mo­sphä­re schaffen und guten Seh­komfort bieten.«

Die Vorbereitung des Projekts war dem­ent­sprechend zeit­intensiv. Aber laut Hedlund spielen neben der tech­nischen Planung vor allem Erfahrungen, die erst durch den Umsetzungs­prozess erlangt werden können, eine ent­schei­dende Rolle. Oder wie es Hedlund formuliert: »Wir befinden uns in einem Lernprozess.«

Einklang von Atmosphäre, Sehkomfort und Energieeffizienz

Stockholms Ansatz war es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Seh­komfort, Atmo­sphäre und Energie­effizienz zu schaffen. Durch den Einsatz der Tritec Tech­nologie von Selux konnten dabei bestehende Leuchten umgerüstet werden, anstatt sie vollständig zu ersetzen. So konnte das charak­te­ristische Stadtbild Stockholms durch den Erhalt historischer Leuchten, wie beispiels­weise der Park 26, bewahrt und gleichzeitig der Energie­verbrauch deutlich gesenkt sowie die Licht­ver­schmutzung reduziert werden.

Die Park 26 ist eine typische historische Leuchte Stock­holms. Das funktiona­listische Design stammt aus dem Jahr 1926 und ist Eigentum der Stadt Stockholm selbst. Trotz tech­nischer Über­arbeitung im Jahr 2001 ist sie in ihrem Erschei­nungsbild bis heute unverändert.

Durch die erneute Nachrüstung konnte die Stadt ihr Erbe bewahren und die Leuchten gleichzeitig auf den neuesten Stand der Technik bringen. An das veränderte Licht würden sich die Menschen schnell gewöhnen, merkt Hedlund an. »LEDs sorgen für eine gleich­mäßigere Aus­leuchtung und reduzieren Hotspots. Es fühlt sich vielleicht zunächst anders an, aber die Menschen gewöhnen sich sehr schnell daran.«

 
Park 26 am Stockholmer Ufer – ein Design aus dem Jahr 1926, bis heute unverändert

Tritec Optiken als Umrüstsätze

Die Tritec Optik ist die modulare Optikplattform von Selux für präzise Lichtgestaltung auf Straßen, Wegen und in urbanen Räumen. Tritec Ambiance sorgt durch einen höheren Anteil an vertikalem Licht für weichere Übergänge, hellt Fassaden auf und schafft eine luftige, ein­la­dende At­mo­sphä­re in Gassen und auf Plätzen. Tritec Sky setzt präzise Licht­akzente, die individuelle Details wie Formen, Farben und Texturen erlebbar machen, ohne die natürliche Schön­heit des Nacht­himmels zu be­ein­trächtigen. Erhältlich mit gold- oder silber­farbenen Reflektoren und in bis zu 96 Konfigurationen, auch als Umrüstsätze für Bestandsleuchten.

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Smarte Beleuchtung mit Zhaga

Heute sind rund 50.000 Leuchten in Stock­holm mit der Zhaga-­Schnittstelle ausgestattet, einem Tech­no­lo­gie­stan­dard, der intelligente Licht­steuerung und Daten­austausch ermöglicht.

 
Zhaga-Schnittstelle

»Die Zhaga-­Schnittstelle bietet uns mehr­e­re Vorteile«, erklärt Hedlund. »Wir können die Leuchten präzise steuern, unter­schied­liche Dimm­stufen an­wenden und die Beleuchtung in sensiblen Bereichen individuell anpassen.«

»Tatsächlich nutzen wir automatische Dimmung seit etwa zehn Jahren, und bisher hat sich noch niemand be­schwert, dass es zu dunkel sei. Und falls nötig, könnten wir es jeder­zeit ändern.«

Darüber hinaus er­leich­tere die Schnitt­stelle Wartung und Qualitäts­sicherung. Bei äußerlich ähnlichen Leuchten in unterschiedlichen Konfi­gurationen lasse sich zum Beispiel überprüfen, ob jeweils die richtige Variante am richtigen Ort installiert wurde. Gleich­zeitig eröffne die Stan­dardi­sierung die Möglichkeit zur Zu­sammen­arbeit zwischen unter­schiedlichen Kommunen. »Das hilft uns, gemein­same Standards mit anderen Kommunen wie Malmö zu etablieren, was die Ent­wicklung gemein­samer Lösungen er­leich­tert und letztlich die Gesamt­effizienz erhöht.«

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Dank sorgfältiger Vorbereitung und enger Zu­sammen­arbeit der Stadt Stockholm und Selux verlief der Umstellungs­prozess vergleichsweise zeit­effizient. Dabei bietet Selux nicht nur den Service der LED-­Umrüstung für eigene Leuchten wie beispiels­weise Discera und Saturn, sondern auch für sonstige Bestands­leuchten an. Mit Blick auf die Mo­der­ni­sierung der Saturn Leuchten mit Tritec Um­rüs­tsätzen merkt Hedlund an, dass dies eine gute Vor­lage für die Park 26 gewesen sei. »Der Auf­wand hängt natürlich immer vom je­weiligen Mo­dell ab«, so Hedlund. »Die Park 26 ließ sich bei­spiels­weise relativ unkompliziert mo­der­ni­sieren.« In vielen Fällen sei der Zeit­aufwand für die Um­rüstung oder den kompletten Austausch der Leuchten aber ähnlich.

Die Modernisierung der Stockholmer Straßen­beleuchtung ist aktuell zu etwa zwei Drittel ab­ge­schlossen. Das ver­bleibende Drittel soll nach den­selben Prinzipien weit­sichtiger Planung, tech­nischer Flexibilität und und nach­haltigem Denken umgesetzt werden.

»Ich persönlich«, ergänzt Hedlund, »würde mir wünschen, dass Nach­haltig­keit im Licht­design generell eine größere Rolle spielt. Neue Pro­dukte sollten mit Blick auf ältere Mo­delle ent­wickelt werden, damit wir nicht so viel Zeit und Res­sour­cen darauf ver­wenden müssen, heraus­zu­find­en, wie wir diese nachrüsten können. Das würde nicht nur Kosten sparen, sondern auch Abfall reduzieren.«

 
Eine umgerüstete Park 26 mit Tritec Ambiance

Anders Hedlund
Lichtingenieur, Verkehrsamt der Stadt Stockholm

Dieser Text basiert auf einem Gespräch mit Anders Hedlund, der seine gesamte berufliche Laufbahn in der Beleuchtungsbranche verbracht hat. Seit 2012 arbeitet er als Lichtingenieur mit Schwerpunkt strategische Planung beim Verkehrsamt der Stadt Stockholm. Dort verantwortet er unter anderem die Zusammenarbeit mit Beleuchtungslieferanten sowie die Modernisierung der städtischen Beleuchtungsinfrastruktur.

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