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Hafenpromenade
Hamburg, Deutschland

  • Projekt Hafenpromenade in Hamburg
  • Kunde LSBG, Hamburg
  • Architekt Zaha Hadid Architects, London; Jan Hübener, Studio H2K, Hamburg
  • Lichtplaner Schlotfeldt Licht, Hamburg
  • Fotograf Martin Zitzlaff

An pro­mi­nen­ter Stelle hat Ham­burg eine neue Hafen­pro­me­nade bekom­men: Die Hoch­was­ser­schutz­an­lage Binnenhafen/​Niederhafen zwi­schen St. Pauli Lan­dungs­brü­cken und der Spei­cher­stadt. Die prä­gnante Archi­tek­tur aus dem Büro Zaha Hadid wird nachts von Licht zum Leben erweckt – gestal­tet von Schlot­feldt Licht, tech­nisch gelöst mit LED-Tech­nik von Selux.

Ham­burg erneu­ert schritt­weise seine Hoch­was­ser­schutz­an­la­gen am Hafen. Dadurch erge­ben sich städ­te­bau­li­che Chan­cen an Orten, die für das Stadt­bild prä­gend sind – zum Bei­spiel an der Hoch­was­ser­schutz­an­lage Binnenhafen/​Niederhafen. Hier ver­läuft eine der wich­tigs­ten Hafen­pro­me­na­den Ham­burgs als Ver­bin­dung von den St. Pauli Lan­dungs­brü­cken zu den his­to­ri­schen, erst jüngst in die Liste des UNESCO Welt­erbes auf­ge­nom­me­nen Hafen­bau­ten der Spei­cher­stadt. Der Bau­ab­schnitt beginnt in Höhe Baum­wall in unmit­tel­ba­rer Nähe der Elb­phil­har­mo­nie.

Um diese beson­de­ren städ­te­bau­li­chen Anfor­de­run­gen zu erfül­len, wurde ein Wett­be­werb aus­ge­schrie­ben, aus dem der Ent­wurf des renom­mier­ten Lon­do­ner Büros Zaha Hadid Archi­tects als Sieger her­vor­ging. Mit der außer­ge­wöhn­li­chen Archi­tek­tur der expo­nier­ten Trep­pen­an­la­gen, die sich jeweils in unter­schied­li­chen Dimen­sio­nen der Pro­me­nade anschlie­ßen, bietet dieser Ent­wurf neben der ästhe­ti­schen Anmu­tung eine hohe Auf­ent­halts­qua­li­tät. Damit auch Licht­wir­kung und Atmo­sphäre diesen hohen archi­tek­to­ni­schen Ansprü­chen gerecht werden, schlug Schlot­feldt Licht eine Beleuch­tungs­lö­sung vor, die nicht auf Stan­dard­leuch­ten beruht.

Die Licht­pla­nung der Hoch­was­ser­schutz­an­lage mit Pro­me­nade und Trep­pen­an­la­gen ordnet sich klar der archi­tek­to­ni­schen Strenge des Bau­kör­pers unter. Die Trep­pen­an­la­gen, deren Anmu­tung von Aus­spü­lun­gen im Sand inspi­riert ist, werden durch gerich­te­tes Licht her­vor­ge­ho­ben, wäh­rend die obere Pro­me­nade zurück­hal­tend beleuch­tet wird.

Zur Rea­li­sie­rung der Beleuch­tung arbei­te­ten die Licht­pla­ner eng mit den Tech­ni­kern von Selux zusam­men, die nach den Spe­zi­fi­ka­tio­nen von Schlot­feldt Licht eine pro­jekt­spe­zi­fi­sche LED-Mast­leuchte ent­wi­ckel­ten. Die Masten sind mit Licht­punkt­ab­stän­den von 18 bis 40m und einer Licht­punkt­höhe von 6,5 bzw. 8,5m jeweils den Trep­pen­an­la­gen zuge­ord­net und stehen rund 15° zu ihnen geneigt. Die Masten an einer Trep­pen­an­lage haben jeweils ein­heit­li­che Höhen. Jeder Mast trägt sechs schwenk­bare LED-Leuch­ten­köpfe, davon drei mit einer Bat­wing-Licht­ver­tei­lung und drei mit einer Flood-Optik: So lassen sich ver­schie­dene Flä­chen, Formen und Dis­tan­zen dif­fe­ren­ziert aus­leuch­ten. Jeder LED-Leuch­ten­kopf ver­fügt über einen eige­nen, DALI-fähi­gen Trei­ber – es besteht somit die Option, zukünf­tig mit einer ent­spre­chen­den Steue­rung unter­schied­lichste Lichtsze­na­rien zu pro­gram­mie­ren.

Die sehr kom­pak­ten Leuch­ten­köpfe sind ein­ge­las­sen in Ver­tie­fun­gen der Masten mon­tiert. Zum oberen Ende ver­jün­gen sich die Masten orga­nisch, ihre Ober­flä­che kor­re­spon­diert farb­lich mit dem dunk­len Boden­be­lag. Die wei­tere Detail­lie­rung der For­men­spra­che der Licht­mas­ten ori­en­tierte sich an mari­ti­men Asso­zia­tio­nen wie Schiffs­maste, Kräne oder Schilf­halme.

Die wech­sel­sei­ti­gen Ein­schnitte der Trep­pen­an­la­gen in die Pro­me­nade erin­nern an kleine Amphi­thea­ter. Gleich­mä­ßige Beleuch­tung hätte eine Sta­di­en­wir­kung erzielt – dies galt es im Inter­esse der Auf­ent­halts­qua­li­tät zu ver­mei­den“, erläu­tert Licht­pla­ner Tom Schlot­feldt. Des­halb ord­nete er die Licht­mas­ten so an, dass helle und dunk­lere Zonen ent­ste­hen. Im ersten Abschnitt Baum­wall sind die Mast­leuch­ten bereits instal­liert und die Leuch­ten­köpfe vor­läu­fig aus­ge­rich­tet.

Die bis­he­rige Reso­nanz sowohl der Ham­bur­ger als auch der Tou­ris­ten ist über­aus posi­tiv: Die Pro­me­nade wird als Auf­ent­halts­mög­lich­keit mit Sitz­plät­zen ange­nom­men, nach erster Ein­schät­zung sogar über die Erwar­tun­gen hinaus“, berich­tet Tom Schlot­feldt. Dies hängt zwei­fel­los auch mit der Lichtat­mo­sphäre und der hoch­wer­ti­gen tech­ni­schen Umset­zung zusam­men – die Pro­jekt­be­tei­lig­ten sind mit dem Ergeb­nis jeden­falls sehr zufrie­den.

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